Das Familienunternehmen Glasfabrik Lamberts in Wunsiedel-Holenbrunn hat sich seit seiner Gründung durch den Ingenieur Laurenz Lamberts im Jahre 1887 mit der Herstellung von Gußglas beschäftigt. Anhand der nunmehr 110- jährigen Firmengeschichte läßt sich sehr gut nachvollziehen, in welchem ungeheuren Ausmaß sich in diesem Jahrhun- dert die Produktionsverfahren verändert haben. Auch die Entwicklung des Produktsortiments legt Zeugnis ab über den Wandel der Konsumentenwünsche und den damit einhergehenden veränderten Anforderungen an das Produkt Gußglas. In den Anfangsjahren wurde das Glas noch im klassischen Gießverfahren hergestellt. Das geschmolzene Glas wurde mit einer Kelle aus dem jeweiligen Ofen entnommen und auf den Gießtisch gegossen, wo es mit einer Walze zur Glas- tafel aus- gebreitet wurde. Wollte man anstelle eines Ornamentglases ein Sicherheitsglas bekommen, fügte man ein Drahtnetz ein. Anschließend wurde die Tafel in den Kühlofen gelegt, mit dessen Hilfe man das Glas schrittweise ab- kühlte und damit bearbeitungsfähig machte. Der heute noch verwendete Name "Gußglas" stammt aus dieser Zeit. Im Jahre 1960 wurde dieses Produktionsverfahren durch ein kontinuierliches Verfahren mit Walztechnik abgelöst, das auch heute noch, abgesehen von Modernisierungen der einzelnen Maschinen und Anlagen, das Produktionsprinzip darstellt. Das Glas wurde nun nicht mehr auf einen Tisch gegossen, sondern über ein modernes Förderband durch den ebenfalls neu kon-zipierten Kühlofen bis zur Verpackung geführt. Ab diesem Jahr gab es vielfältige Veränderungen durch die Aufnahme von zahlreichen neuen Ornamentglas- und Drahtglasmustern in das bestehende Produktsortiment.